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Ist eine „lernende Organisation“ Voraussetzung einer agiler Transformation?

4 Min. Lesezeit

👉 Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

Um heutzutage erfolgreich zu werden und zu bleiben, ist es wichtig agil auf Anforderungen zu reagieren und stets zu lernen. Eine "lernende Organisation" zu sein, bedeutet, anpassungsfähig zu bleiben. Wieso diese Eigenschaft so essentiell in der heutigen Welt ist, sehen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Das Ziel einer Agilen Transformation ist es, unter anderem die Veränderungsfähigkeit zu erhöhen und damit auch einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen zu leisten. Systeme – und zu solchen gehören Organisationen – tendieren dazu, Stabilität herstellen zu wollen. Jedoch werden nicht die größten Unternehmen den Markt in der Zukunft beherrschen, sondern die anpassungsfähigsten.

Unsere Welt wird immer komplexer. Mit einem „das haben wir schon immer so gemacht“ können wir nicht bestehen. Um in der VUCA-Welt zurechtzukommen ist es erforderlich, schnell zu lernen. Agile Organisationen arbeiten mit agilen Frameworks und Methoden und nehmen dazu auch strukturelle Anpassungen vor (nur „agil tun“). Sie sind aber auch und vor allem lernende Organisationen, die sich kontinuierlich verändern und anpassen können, und pflegen ein dementsprechendes Mindset sowie eine dementsprechende Kultur (wirklich „agil sein“).

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Worauf es bei der agilen Transformation ankommt

Bei der Agilen Transformation ist die gesamte Organisation gefordert, nicht nur einzelne Individuen. Aber auch in Organisationen beginnt das Lernen beim Einzelnen und kann erst dann das System als Ganzes erreichen. Damit dies gelingt, sind verschiedene Voraussetzungen notwendig. Dazu gehören im Sinne der Selbstorganisation unter anderem psychologische Sicherheit, ein Growth Mindset und Raum und Zeit für das Lernen. Diese Bedingungen braucht es auf individueller Ebene, in Teams und für die Organisation insgesamt.

Die psychologische Sicherheit bezeichnet ein Gefühl von Offenheit und Vertrauen. Sie basiert auf einer zielführenden Fehler- und Lernkultur. Die Mitarbeiter brauchen das Gefühl, sich gefahrlos aus ihrer Komfortzone bewegen und neue Dinge ausprobieren zu können. Sie dürfen nicht in ständiger Furcht vor negativen Konsequenzen leben. Die drei Säulen von agilem Arbeiten sind Transparenz, Inspektion und Adaption.
Es geht also darum, sowohl die Ergebnisse als auch den Prozess der Arbeit immer wieder öffentlich mit anderen zu teilen, darauf Feedback zu bekommen und das weitere Vorgehen auf dieser Grundlage anzupassen. Ohne psychologische Sicherheit werden sich die Mitarbeiter nicht trauen, etwas Neues auszuprobieren oder ihre Ergebnisse mit anderen zu teilen, und damit die Dinge und sich selbst immer wieder in Frage zu stellen.

Eine lernende Organisation hat ein Growth Mindset

Das Growth Mindset beschreibt im Gegensatz zu einem Fixed Mindset das Gefühl, ständig dazuzulernen, sich somit weiterentwickeln und neue Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Durch die Schaffung von Handlungs- und Entscheidungsfreiräumen wird den Mitarbeitern ermöglicht, zu experimentieren und Lernen als wertstiftenden Teil der Arbeit zu erleben. Lernen findet in Selbstorganisation auf Ebene der Individuen statt. Man kann niemandem etwas beibringen, sondern er / sie muss es für sich selbst (er)lernen. Dazu gehört theoretisches Wissen ebenso wie Übung, aus der langfristig Gewohnheit wird, und dazu immer wieder Feedback über den Lernerfolg.

Lernen durch Praxis

Ein Großteil des Lernens findet während der praktischen Arbeit, bzw. im Austausch mit anderen statt, was häufig als informelles Lernen betrachtet wird. Arbeiten bedeutet in der Regel gleichzeitig Lernen. Ein geringerer aber ebenso wichtiger Teil findet formell statt, also in Trainings, Schulungen oder auch im Selbststudium. Dabei ist es wichtig, nach Möglichkeit nicht auf Vorrat zu lernen, was schnell wieder in Vergessenheit gerät. Ratsamer ist es, sich vor allem anlassbezogen Wissen oder die Fähigkeiten anzueignen, die im konkreten Fall gebraucht werden. Insofern kommt zum agilen Arbeiten immer auch das agile Lernen. Aufgabe von Organisationen ist es daher auch, Raum und Zeit für selbstgesteuertes Lernen zur Verfügung zu stellen und die Lernenden zum Beispiel durch Agile Lerncoaches in ihrem Lernen zu unterstützen und zu begleiten.

Durch das kontinuierliche Zusammenführen individuell Lernender wird schließlich auch das organisationelle Lernen gefördert. Zu Austausch und Dialog tragen agile Events wie Reviews und Retrospektiven bei, in denen Arbeiten und Lernen zusammenführt und reflektiert und die Kollaboration im Team gefördert werden. Dazu gehören auch Communities of Practice oder Kollegiale Beratung. Es geht darum, die vielfältigen Potenziale in der Organisation zu erkennen, zu fördern und einzusetzen und damit die Veränderungsfähigkeit zu stärken.

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💁 Unser Fazit:

👆 FAQ - Häufig gestellte Fragen

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✍️ Über den Autor

Paolo Seyfarth

Scrum Master und Agile Coach

Paolo ist Consultant bei den Agile Heroes und unterstützt als Scrum Master und Agile Coach seine Kunden in spannenden Projekten.

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