Magazine

OKR und Scrum – Wie sich zwei agile Arbeitsweisen vereinen lassen

4 Min. Lesezeit

👉 Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

Scrum gehört zu den bekanntesten agilen Arbeitsweisen und bestimmt inzwischen in vielen Unternehmen, vom jungen Startup bis zum DAX-Konzern die tägliche Arbeit. Daneben hat sich in den vergangenen Jahren Objectives and Key Results (OKR) als weiteres strategisches Rahmenwerk etabliert, auf das Unternehmen setzen, um agiler, kundenzentrierter und fokussierter zu arbeiten. Vielerorts stellt sich dabei die Frage „Brauchen wir das Eine, wenn wir das Andere schon nutzen?“

Diese Betrachtung von Scrum und OKR als konkurrierende Konzepte sind allerdings unnötig. Denn beide wirken auf verschiedenen Ebenen und befähigen Unternehmen auf unterschiedliche Art, agiler und zielführender zu arbeiten. Daher ist die Frage nicht, ob OKR und Scrum miteinander funktionieren, sondern wie sie sich bestmöglich integrieren lassen, um ihr synergetisches Potenzial abrufen zu können.

Unterschiede von Scrum und OKR

Scrum kommt ursprünglich aus der Softwareentwicklung, ist aber heute in allen Bereichen im Einsatz, um Projekte mit iterativ-inkrementeller Vorgehensweise zu steuern. Mit festen Rollen, Ereignissen und kurzen Intervallen lässt sich der Fortschritt zu Projekten und Produkten laufend reflektieren und anpassen, um agil neue Anforderungen umsetzen zu können. Für einen Scrum-Sprint von zwei Wochen werden kleinere Ziele anvisiert, deren Ergebnisse nach dem Sprint bewertet und für den nächsten Sprint berücksichtigt werden können.

Damit legt Scrum einen Rhythmus für das Tagesgeschäft fest, das die tägliche Arbeit fokussiert und steuert. Statt To-Dos abzuarbeiten legt Scrum eine Liste von Aufgaben fest, um ein gewisses Ziel zu erreichen, das einen konkreten Wert erfüllen soll.

OKR hingegen hilft dabei, die tägliche Arbeit stärker auf übergeordnete Ziele und den Kundenwert auszurichten sowie Ziele transparent zu formulieren. Ein Objective wird dabei bewusst qualitativ ohne Kennzahlen formuliert, um den Outcome zu definieren und den Mehrwert für Kunden stärker zu berücksichtigen. Die darunterliegenden Key Results sind hingegen mit Metriken hinterlegt, um den Fortschritt der Ziele messbar zu machen. Ein Backlog an Initiativen bildet die Aufgabenliste, die dazu dient, die jeweiligen Metriken in die richtige Richtung zu bewegen.

In OKR-gesteuerten Unternehmen dienen Unternehmens-OKRs dazu, die strategischen Prioritäten für den nächsten Zyklus festzulegen. Daraus leiten die einzelnen Bereiche und Teams ihre eigenen Ziele ab, die darauf einzahlen. So wird einerseits Transparenz über die Strategie gewährleistet und Teams dazu befähigt, sich selbständig zu organisieren, was die Handlungsfähigkeit erhöht.

Mit der Vorgabe, eine begrenzte Anzahl an Objectives über einen Zyklus von drei oder vier Monaten festzulegen lässt sich ein ganzheitlicher Fokus aller Teams auf eine begrenzte Zahl an Zielen sicherstellen und gleichzeitig unnötige Arbeit vermeiden, indem der Kundenwert stärker in den Vordergrund rückt.

Wie lassen sich Scrum und OKR kombinieren?

Beide Frameworks kommen also auf unterschiedlichen Ebenen zum Einsatz. Während OKR das große Ganze stärker in den Blick rückt und die Zielerreichung in den Vordergrund stellt, regelt Scrum das Tagesgeschäft und koordiniert die Arbeit von Teams. Deshalb lohnt es sich durchaus, beide Methoden zu kombinieren. Die Herausforderung besteht darin, die jeweiligen Artefakte und Meetings in Einklang zu bringen. Denn sowohl OKR als auch Scrum sehen eine hohe Meeting-Frequenz vor, um laufende Anpassungen vornehmen zu können und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Diese gilt es, aufeinander abzustimmen, um unnötigen Meeting-Aufwand zu vermeiden.

Während des OKR-Zyklus können die Scrum-Retrospektiven und Reviews, die am Ende jedes Sprints stehen, in das Check-in Format von OKR integriert werden. Diese dienen dazu, in kurzen Abständen die Zielerreichung zu bewerten und das weitere Vorhaben zu besprechen. So lässt sich der nächste Sprint mit den OKR-Zielen im Blick besser planen.

Der schwierigste Teil in der täglichen Arbeit ist wohl die Übersetzung der OKRs in den Scrum-Backlog. Die Initiativen in den OKRs müssen dabei an Scrum angepasst werden und beispielsweise in Hypothesenform formuliert werden. Ebenso muss beurteilt werden, ob diese Initiativen innerhalb eines Sprints durchführbar sind oder bereits mit einem Epic gleichzusetzen ist, das auf mehrere kleinere Initiativen herunter gebrochen werden muss, um innerhalb eines Sprints fertiggestellt werden zu können.

💁 Unser Fazit:

OKR und Scrum: Nicht ob, sondern wie

Die unterschiedlichen Wirkungsweisen von Scrum und OKR bieten großes Potenzial für Teams, um die tägliche Arbeit zielgerichtet zu steuern und gleichzeitig auf die Unternehmensstrategie auszurichten. Für die parallele Nutzung beider Methoden ist jedoch entscheidend, dass die Zusammenführung nicht als zusätzliche Belastung oder Mehraufwand empfunden wird, um die Akzeptanz der Mitarbeiter zu fördern. Daher ist eine strukturierte und gut durchdachte Einführung wichtig, die eine nahtlose Integration erlaubt und gleichzeitig den Anforderungen des Unternehmens gerecht wird.

👆 FAQ - Häufig gestellte Fragen

No items found.

✍️ Über den Autor

Johannes Müller

Gründer und Geschäftsführer von Workpath

Workpath: Workpath ist ein Softwareunternehmen, das Großunternehmen dabei unterstützt, den Anforderungen der digitalen Wirtschaft und einer neuen Arbeitswelt gerecht zu werden. Durch neue Steuerungsprozesse und Organisationsmodelle entwickeln Workpath-Kunden eine höhere Anpassungsfähigkeit für die immer schnelleren Entwicklungen der Märkte und Kundenerwartungen. Mit einem Workflow-Tool und der zugehörigen Analytics-Suite lassen sich Mitarbeiter, Ressourcen und Strukturen transparent und flexibel auf strategische Ziele ausrichten, um auf allen Ebenen interdisziplinäre Teams zu schaffen, die sich selbständig organisieren und am Kundennutzen ausrichten. Darüber hinaus sorgt das holistische Enablement-Ökosystem von Workpath für den nötigen Kulturwandel und den Wissensaufbau, um Unternehmen in agile Netzwerkorganisationen zu transformieren und zeitgemäße Prozesse zur Strategieumsetzung zu entwickeln.

Gratis Playbook

Die wichtigsten Infos zuAgile Coach kurz und knapp

Playbook erhalten