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๐ Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

Scrum gehรถrt zu den bekanntesten agilen Arbeitsweisen und bestimmt inzwischen in vielen Unternehmen, vom jungen Startup bis zum DAX-Konzern die tรคgliche Arbeit. Daneben hat sich in den vergangenen Jahren Objectives and Key Results (OKR) als weiteres strategisches Rahmenwerk etabliert, auf das Unternehmen setzen, um agiler, kundenzentrierter und fokussierter zu arbeiten. Vielerorts stellt sich dabei die Frage โBrauchen wir das Eine, wenn wir das Andere schon nutzen?โ
Diese Betrachtung von Scrum und OKR als konkurrierende Konzepte sind allerdings unnรถtig. Denn beide wirken auf verschiedenen Ebenen und befรคhigen Unternehmen auf unterschiedliche Art, agiler und zielfรผhrender zu arbeiten. Daher ist die Frage nicht, ob OKR und Scrum miteinander funktionieren, sondern wie sie sich bestmรถglich integrieren lassen, um ihr synergetisches Potenzial abrufen zu kรถnnen.
Unterschiede von Scrum und OKR
Scrum kommt ursprรผnglich aus der Softwareentwicklung, ist aber heute in allen Bereichen im Einsatz, um Projekte mit iterativ-inkrementeller Vorgehensweise zu steuern. Mit festen Rollen, Ereignissen und kurzen Intervallen lรคsst sich der Fortschritt zu Projekten und Produkten laufend reflektieren und anpassen, um agil neue Anforderungen umsetzen zu kรถnnen. Fรผr einen Scrum-Sprint von zwei Wochen werden kleinere Ziele anvisiert, deren Ergebnisse nach dem Sprint bewertet und fรผr den nรคchsten Sprint berรผcksichtigt werden kรถnnen.
Damit legt Scrum einen Rhythmus fรผr das Tagesgeschรคft fest, das die tรคgliche Arbeit fokussiert und steuert. Statt To-Dos abzuarbeiten legt Scrum eine Liste von Aufgaben fest, um ein gewisses Ziel zu erreichen, das einen konkreten Wert erfรผllen soll.
OKR hingegen hilft dabei, die tรคgliche Arbeit stรคrker auf รผbergeordnete Ziele und den Kundenwert auszurichten sowie Ziele transparent zu formulieren. Ein Objective wird dabei bewusst qualitativ ohne Kennzahlen formuliert, um den Outcome zu definieren und den Mehrwert fรผr Kunden stรคrker zu berรผcksichtigen. Die darunterliegenden Key Results sind hingegen mit Metriken hinterlegt, um den Fortschritt der Ziele messbar zu machen. Ein Backlog an Initiativen bildet die Aufgabenliste, die dazu dient, die jeweiligen Metriken in die richtige Richtung zu bewegen.
In OKR-gesteuerten Unternehmen dienen Unternehmens-OKRs dazu, die strategischen Prioritรคten fรผr den nรคchsten Zyklus festzulegen. Daraus leiten die einzelnen Bereiche und Teams ihre eigenen Ziele ab, die darauf einzahlen. So wird einerseits Transparenz รผber die Strategie gewรคhrleistet und Teams dazu befรคhigt, sich selbstรคndig zu organisieren, was die Handlungsfรคhigkeit erhรถht.
Mit der Vorgabe, eine begrenzte Anzahl an Objectives รผber einen Zyklus von drei oder vier Monaten festzulegen lรคsst sich ein ganzheitlicher Fokus aller Teams auf eine begrenzte Zahl an Zielen sicherstellen und gleichzeitig unnรถtige Arbeit vermeiden, indem der Kundenwert stรคrker in den Vordergrund rรผckt.
Wie lassen sich Scrum und OKR kombinieren?
Beide Frameworks kommen also auf unterschiedlichen Ebenen zum Einsatz. Wรคhrend OKR das groรe Ganze stรคrker in den Blick rรผckt und die Zielerreichung in den Vordergrund stellt, regelt Scrum das Tagesgeschรคft und koordiniert die Arbeit von Teams. Deshalb lohnt es sich durchaus, beide Methoden zu kombinieren. Die Herausforderung besteht darin, die jeweiligen Artefakte und Meetings in Einklang zu bringen. Denn sowohl OKR als auch Scrum sehen eine hohe Meeting-Frequenz vor, um laufende Anpassungen vornehmen zu kรถnnen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Diese gilt es, aufeinander abzustimmen, um unnรถtigen Meeting-Aufwand zu vermeiden.
Wรคhrend des OKR-Zyklus kรถnnen die Scrum-Retrospektiven und Reviews, die am Ende jedes Sprints stehen, in das Check-in Format von OKR integriert werden. Diese dienen dazu, in kurzen Abstรคnden die Zielerreichung zu bewerten und das weitere Vorhaben zu besprechen. So lรคsst sich der nรคchste Sprint mit den OKR-Zielen im Blick besser planen.
Der schwierigste Teil in der tรคglichen Arbeit ist wohl die รbersetzung der OKRs in den Scrum-Backlog. Die Initiativen in den OKRs mรผssen dabei an Scrum angepasst werden und beispielsweise in Hypothesenform formuliert werden. Ebenso muss beurteilt werden, ob diese Initiativen innerhalb eines Sprints durchfรผhrbar sind oder bereits mit einem Epic gleichzusetzen ist, das auf mehrere kleinere Initiativen herunter gebrochen werden muss, um innerhalb eines Sprints fertiggestellt werden zu kรถnnen.
๐ Unser Fazit:
OKR und Scrum: Nicht ob, sondern wie
Die unterschiedlichen Wirkungsweisen von Scrum und OKR bieten groรes Potenzial fรผr Teams, um die tรคgliche Arbeit zielgerichtet zu steuern und gleichzeitig auf die Unternehmensstrategie auszurichten. Fรผr die parallele Nutzung beider Methoden ist jedoch entscheidend, dass die Zusammenfรผhrung nicht als zusรคtzliche Belastung oder Mehraufwand empfunden wird, um die Akzeptanz der Mitarbeiter zu fรถrdern. Daher ist eine strukturierte und gut durchdachte Einfรผhrung wichtig, die eine nahtlose Integration erlaubt und gleichzeitig den Anforderungen des Unternehmens gerecht wird.










