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👉 Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:
- Unternehmen stehen in einer komplexen Welt vor Herausforderungen, denen mit starren Ansätzen nicht beizukommen ist.
- Der agile Grundgedanke baut auf dem Agilen Manifest auf, das 2001 von wichtigen Vertretern der Softwareentwicklung verfasst wurde.
- Scrum ist der prominenteste Vertreter der agilen Frameworks/Methoden
- Der Weg in die Agilität nennt sich agile Transformation.
- Agilität ist eine flexible Denkweise und Methodik, die Unternehmen ermöglicht, sich schnell an Veränderungen anzupassen und kundenorientiert zu handeln.

Agilität? Was ist das eigentlich und wie können Unternehmen in der heutigen Welt noch agil werden? Diese Frage hören wir immer wieder und immer öfter. Darum wollen wir dir diesen wichtigen Begriff hier und jetzt in aller Ausführlichkeit auf unserem Magazine erklären. Damit auch du in Zukunft verstehst, was es mit dem Begriff der Agilität eigentlich auf sich hat. Und – wer weiß – sie möglicherweise sogar in deinem Unternehmen anwenden kannst.
Agilität: Definition und Herkunft des Begriffes
Bei Agilität und agilem Arbeiten handelt es sich keineswegs um ein ausschließlich neumodisches Phänomen. Nein, dieser Begriff existiert bereits seit knapp 70 Jahren und tauchte seither schon in den unterschiedlichsten Facetten und Abwandlungen auf. Doch spätestens seit Beginn der Digitalisierung erhielt Agilität immer mehr an Bedeutung und Popularität, weshalb der Begriff aus dem modernen Projektmanagement kaum noch wegzudenken ist. Dennoch bleibt uns der Begriff Agilität oftmals noch eine Definition schuldig – diese werden wir dir liefern. Hierfür haben wir uns verschiedene Definitionsansätze genauer angeschaut und mit unserer eigenen Expertise verglichen.
Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen und uns unter anderem den Eigenschaften der Agilität widmen, sollten zunächst einmal auf die Historie des Begriffes zurückblicken. Der Ursprung des Konzepts liegt in den 1950er-Jahren. Bereits dann hat der amerikanische Soziologe Talcott Parsons vier Anforderungen erkannt, die jedes System bzw. Unternehmen erfüllen muss, damit es erfolgreich und stabil existieren kann. Konkret spricht er von folgenden Bedingungen: Ein System bzw. Unternehmen muss dazu in der Lage sein auf äußere Bedingungen zu reagieren (Adaption), Ziele zu definieren und zu verfolgen (Goal Attainment), Zusammenhalt herzustellen und zu gewähren (Integration) und grundlegende Strukturen aufrechtzuerhalten (Latency). Nimmt man die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe und führt sie zusammen, so erhält man das sogenannte AGIL-Schema, welches diese vier Anforderungen zusammenfasst.
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Wie hat sich Agilität entwickelt?
Im Laufe der Zeit hat sich das AGIL-Schema immer weiterentwickelt und an die verschiedenen, modernen Anforderungen angepasst. In den 1990er-Jahren kam unter anderem der Begriff „Agile Manufacturing“ auf, dessen Fokus auf schneller Produktentwicklung mit agilen Teams und Prozessoptimierung während des laufenden Prozesses lag. Heutzutage gewinnt das Thema Agilität im Zuge der Diskussion um die Industrie 4.0 wieder mehr an Aktualität und Gehör.
Anfang der 2000er-Jahre rückte auch der Begriff „Agile Softwareentwicklung“ massiv in den Fokus und ist bis heute relevant. Vorangetrieben wurde die Agile Softwareentwicklung unter anderem durch das „Agile Manifest“. Eine Art Rahmenwerk für Softwareentwickler, die agil entwickeln und von den Vorteilen der Agilität profitieren möchten. Außerdem profitiert die Agile Softwareentwicklung stark von der beliebten Methode SCRUM, denn keine Methode wird weltweit häufiger eingesetzt, um agile Projekte zu managen. Inzwischen werden mehr als 90 Prozent aller agilen Projekte mit SCRUM gemanagt, während mehr als 12 Millionen Menschen weltweit SCRUM nutzen.
Megatrend: Agile Transformation
Im Zuge dessen spielt in der heutigen Zeit natürlich auch die Agile Transformation von modernen Unternehmen eine große Rolle in der Entwicklung der Agilität. Dieser Megatrend in der Arbeitswelt bringt bislang unbekannte Herausforderungen mit sich, bei denen das Konzept der Agilität eine Renaissance im ganz großen Stil erfährt. Wirklich neu ist dabei vor allem, dass sehr viele Unternehmen nicht nur einzelne Teams mit Agilität vertraut machen wollen, sondern ihre gesamte Organisation.
Auf Grundlage dieses AGIL-Schemas und der darin definierten Anforderungen kann man nun die vier Haupteigenschaften der in der Praxis umgesetzten Agilität bestimmen. Diese lauten: Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, Kundenfokus und Mindset. Unter Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit versteht man, dass Unternehmen und Organisationen schnell und dynamisch auf plötzlich eintretende Veränderungen reagieren müssen. Dieser Aspekt geht Hand in Hand mit dem in der Agilität relevanten Wert Kundenfokus, denn dieser nimmt eine zentrale Rolle ein und profitiert von der hohen Anpassungsfähigkeit eines agilen Unternehmens. Gewährleistet wird dies beispielsweise durch kurze Arbeitszyklen und iteratives Arbeiten – also das Voranschreiten in verhältnismäßig kleinen Schritten. Essenziell ist des Weiteren das sogenannte agile Mindset, das vor allem den agil arbeitenden Unternehmen untereinander hilft, auf Augenhöhe und wertschätzendem Umgang zu arbeiten.
Agilität Definition
Die Definition von Agilität kann je nach Kontext variieren, aber im Allgemeinen lässt sie sich wie folgt zusammenfassen:
Agilität ist eine Philosophie, eine Denkweise und eine Methode, die darauf abzielen, Organisationen flexibler, anpassungsfähiger und kundenorientierter zu machen. Sie betont iterative Entwicklung, enge Zusammenarbeit, kontinuierliche Verbesserung und die Fähigkeit, sich schnell an sich ändernde Umstände anzupassen.
Agilität basiert auf den Prinzipien des "Agile Manifesto", das 2001 von einer Gruppe von Softwareentwicklern erstellt wurde. Diese Prinzipien legen den Fokus auf individuelle und interaktive Zusammenarbeit, funktionierende Software, laufende Anpassung an Veränderungen und enge Zusammenarbeit mit Kunden.
Schlüsselkonzepte der Agilität
Um die Agilität Definition weiter zu vertiefen, ist es hilfreich, einige der Schlüsselkonzepte zu betrachten, die in agilen Ansätzen eine Rolle spielen:
Iterative Entwicklung: Agilität fördert die Aufteilung von Projekten in kleinere, handhabbare Iterationen. Das Team entwickelt in kurzen Zeitabständen funktionierende Teillieferungen, um schnelles Feedback zu erhalten und kontinuierlich Wert zu liefern.
Selbstorganisierende Teams: Agilität befähigt Teams, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Dies trägt zur Steigerung der Motivation, Kreativität und Effizienz bei.
Kontinuierliche Verbesserung: Agilität legt großen Wert auf Reflexion und Anpassung. Teams sollen sich regelmäßig zusammensetzen, um Prozesse zu bewerten und zu optimieren.
Kundenorientierung: Die Bedürfnisse und Feedback der Kunden haben oberste Priorität. Agilität ermutigt dazu, eng mit den Kunden zusammenzuarbeiten, um Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die einen echten Mehrwert bieten.
Methoden aus der Agilität: Welche gibt es?
Um Agilität im eigenen Unternehmen zu implementieren und anzuwenden, werden sogenannte agile Methoden verwendet. Sie fungieren meist als Rahmen- und Regelwerk und erleichtern somit eine erfolgreiche Umsetzung der Agilität. Im Jahre 2001 veröffentlichten Kent Beck, Arie van Bennekum und andere erfahrene Softwareentwickler das Agile Manifest. Darin formulierten sie auf ihren Erfahrungen basierende Ideen, Prinzipien und Werte. Diese sollten zu einem besseren Vorgehen bei der Softwareentwicklung führen. Daraus entsprangen im Laufe der Zeit einige agile Methoden, wie zum Beispiel SCRUM, die sicherlich bekannteste, dieser Sprösslinge. Keine Methode wird weltweit häufiger eingesetzt, um agile Projekte zu managen. Mehr als 90 Prozent aller agilen Projekte werden mit Scrum gemanagt und mehr als 12 Millionen Menschen weltweit nutzen Scrum. Unser Onlinekurs zertifiziert dich offiziell nach Scrum.org und macht dich nicht nur damit vertraut, sondern zum Experten. Weitere Informationen findest du hier.
In unseren Augen kann Agilität durchaus als die höchste Form der Anpassungsfähigkeit definiert und verstanden werden. Unternehmen, die das agile Mindset verinnerlicht und ihre Strukturen darauf angepasst haben, können plötzliche Veränderungen zeitnah antizipieren. Dadurch können sie ihrer Konkurrenz immer mindestens einen, wenn nicht gar zwei Schritte voraus sein. Diese Unternehmen sind proaktiv und innovativ, sie reagieren nicht nur einfach. Sie lernen ständig dazu und optimieren stetig ihre Prozesse, um ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Unserer Meinung nach ist Agilität deshalb ein wichtiger Faktor, um in der heutigen Wirtschaft erfolgreich zu bestehen.
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Agile Grundkompetenzen im Agiles Projektmanagement Training
Ein Agiles Grundwissen ist jedem zu empfehlen, der anfangen möchte, agil zu arbeiten. Um sich in Agilen Grundkompetenzen ausbilden zu lassen, bevor man sich für eine agile Methode entscheiden, empfehlen wir dir das Agiles Projektmanagement Training. Lerne in 2 Tagen alles, was du zum Thema Agiles Projektmanagement & Grundlagen wissen musst!
💁 Unser Fazit:
Agilität hat sich über die letzten Jahre zu einem absoluten Buzzword etabliert. Dabei ist Agilität kein neues Phänomen und hat ihren Ursprung vor etwa 70 Jahren. Der Begriff hat seit der Digitalisierung an Bedeutung gewonnen und ist im modernen Projektmanagement unverzichtbar geworden. Die Definition von Agilität und ihre Entwicklung werden beleuchtet, einschließlich des AGIL-Schemas, das die Anforderungen für erfolgreiches System- und Unternehmensmanagement zusammenfasst. Die Evolution von Agilität wird anhand von Beispielen wie "Agile Manufacturing" und "Agile Softwareentwicklung" veranschaulicht, wobei Scrum als eine der prominentesten agilen Methoden hervorgehoben wird. Der Megatrend der "Agile Transformation" und die Bedeutung von Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, Kundenfokus und agilem Mindset sind wichtige Schlüsselpunkte für das Thema Agilität. Agilität ist ein entscheidender Faktor für viele Unternehmen und deren Wirtschaftlichkeit. Agil zu arbeiten und die agile Transformation zu starten kann auf verschiedene Weisen geschehen. Als prominenteste Möglichkeit dafür hat sich das Scrum Framework dabei heraus kristallisiert.

👆 FAQ - Häufig gestellte Fragen
Agilität ist eine Denkweise und Methode, die darauf abzielt, Organisationen flexibler, anpassungsfähiger und kundenorientierter zu machen, indem sie iterative Entwicklung, enge Zusammenarbeit und kontinuierliche Anpassung betont.
Die Prinzipien der Agilität sind im "Agile Manifesto" festgelegt, das auf individuelle Zusammenarbeit, funktionierende Lösungen, Veränderungsbereitschaft und enge Interaktion mit Kunden fokussiert.
Die Einführung agiler Methoden ermöglicht Unternehmen, schneller auf Veränderungen zu reagieren, kontinuierlich Wert zu liefern, die Kundenzufriedenheit zu steigern und die Zusammenarbeit im Team zu verbessern.









