4 Min. Lesezeit
👉 Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:
- Lean Startup fördert die Entwicklung eines Minimum Viable Products (MVP) um frühzeitig Kundenfeedback zu erhalten und darauf aufzubauen.
- Der Zyklus "Bauen – Messen – Lernen" ist das Herzstück des Lean Startup-Ansatzes, der ständige Verbesserung durch iteratives Lernen und Anpassen ermöglicht.
- Im Lean Startup ist das Sammeln und Auswerten von Kundenfeedback zentral, um das Produkt oder den Service kontinuierlich zu verbessern.
- Der Lean Startup-Ansatz erfordert Geduld und die Bereitschaft, durch mehrere Zyklen von Feedback und Verbesserungen zu gehen, um ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln.

Wie gründe ich ein Unternehmen? Eine Frage, die sich viele Menschen auf ihrem Karriereweg stellen. Lean Startup hat dazu ein Framework entwickelt, durch das möglichst schlank der meiste Fortschritt erzielt werden soll und dadurch auf agile Weise ein überlebensfähiges Produkt und Unternehmen entsteht. In diesem Blogartikel erklären wir dir, wie Lean Startup funktioniert. Aber vergiss nicht, auch unser YouTube Video dazu anzusehen!
Schlank, also lean starten und sich stetig verbessern
Die Lean Startup Weise, ein Unternehmen zu gründen besagt, so wenig Kapital wie möglich in den Start zu stecken. Man soll „schlank“ (so kann man lean ins Deutsche übersetzen) starten und dann in kurzen Zyklen und mit viel Feedback Verbesserungen erzielen.
Man beginnt also mit dem sogenannten MVP, dem Minimum Viable Product. Zu Deutsch: Das Minimal Überlebensfähige Produkt.
Mit der möglichst frühen Veröffentlichung des Produktes oder des Service sollen auch dementsprechend früh Rückmeldungen und daraus Ideen für die Weiterentwicklung entstehen.
Diese Vorgehensweise mag für viele risikoreich und unkonventionell klingen, denn lange war es wichtig, erst ein ausgereiftes Produkt zu entwickeln, bevor es auf den Markt kommt. Lean Startup hält das für nicht effizient.
Feedback erzielen: Der Kern von Lean Startup
Anstatt also viel Arbeit, Zeit und Geld in den Launch eines Produktes zu stecken, hofft man zu Beginn, für sein MVP viel Feedback zu erzielen, an dem man sich orientieren kann. Durch die reduzierten Produktzyklen und dem Fokus auf Kunden und deren Erwartungen kann schnell und agil auf Kundenwünsche und Anregungen reagiert werden.

Bauen – Messen – Lernen
Der Prozess von Lean Startup findet in drei Phasen statt:
- Bauen
- Messen
- Lernen
Ähnlich wie bei Scrum's drei Säulen (Transparenz, Überprüfung, Adaption) baut auch der Lean Startup-Ansatz auf ständige Verbesserung auf: Bauen, Messen, Lernen. Die 3 Phasen des Zyklus fassen zusammen, worauf Lean Startup beruht: Eine Idee wird schnell und möglichst reduziert, ohne großen Aufwand, in ein Produkt verwandelt (build). Dann holt man sich Reaktionen von außen, nimmt diese auf und wertet sie aus (measure), bevor man seine Ergebnisse daraus analysiert (learn) und umsetzt. Diesen Prozess wiederholt man.
In iterativen Prozessen wir das Produkt also ständig agil getestet und adaptiert. Dabei ist es daher sehr wichtig, stets ein agiles Mindset zu behalten.
- Bauen
Sich beim sogenannten „Bauen“ zurückzuhalten ist für viele Unternehmer und Entwickler nicht gerade leicht. Man hat doch so viele Ideen! Allerdings wissen Entwickler vor dem Launch eines Produktes noch gar nicht, ob diese Ideen vom Kunden überhaupt gewünscht sind. Deswegen ist hier der wichtigste Schritt, tatsächlich „lean“ zu bleiben und erst nach und nach und auch nur aufgrund von entsprechendem Feedback aufzustocken und neue Updates, Verbesserungen und Features zu integrieren.
- Messen
Im zweiten Schritt des Lean Startups geht es darum, gut und sauber zu messen. Dabei ist es wichtig, sich bereits bei der Entwicklung darüber im Klaren zu sein, wie und anhand welcher Variablen man später messen wird und wo hier das Kundenfeedback wichtig ist.
- Lernen
Zu guter Letzt lernt man aus den gewonnenem und analysierten Feedback. Auch hierbei ist es hilfreich, bereits im Vorfeld zu besprechen, wie man mit welchen Ergebnissen umgehen will und kann. Nach der Analyse der Daten können nämlich beispielsweise manche Annahmen als widerlegt bezeichnet werden, oder umgekehrt. Hat man seine Messergebnisse erst fertig verwertet, kann man sich an die Umsetzung machen.
Danach startet dieser Zyklus erneut von vorne.
Ein Lean Startup Zyklus reicht nicht
Personen, die mit Lean Startup arbeiten und beispielsweise ein Unternehmen damit gründen, dürfen nicht ungeduldig sein. Die Methode erfordert viele Zyklen und zahlreiche „Neustarts“. Doch genau so erhält man auch die meisten Daten und Ergebnisse, durch die man sein Produkt oder seinen Service stetig verbessern kann. Wer hier also entschlossen bleibt und an seiner Strategie festhält, kann bald tolle Ergebnisse erzielen und ständig ein neues, verbessertes Produkt „launchen“.
Lean Startup: Geschichte und Herkunft
Der Lean Startup Trend geht zurück auf Eric Ries und sein Buch „The Lean Startup: How Today’s Entrepreneurs Use Continious Innovation to Create Radically Successful Businesses“, das 2008 erschien. 2011 brachte er das Buch „The Lean Startup“ dazu heraus, in dem er die Strukturen und die Basis dazu erläutert. Schnell schwappte der Trend aus den USA nach Europa über. Denn auch hier wurden Branchen immer schneller und Produkte immer kurzlebiger, was auch von Unternehmern verlangte, schneller reagieren zu können. Nicht zuletzt deswegen ist agiles Projektmanagement weltweit so verbreitet und beliebt.
Möchte man stets agil Arbeiten, kann Lean Startup der Zwischenschritt zwischen der Entwicklung und des späteren Arbeitsalltages sein. Denn während beispielsweise Design Thinking bei der Produktentwicklung und Ideenfindung ist, dient Scrum meist dazu sein Unternehmen und Projekte agil zu managen.
Mehr zum Thema am Agile Heroes YouTube Kanal
Mehr zu Lean Startup und anderen agilen Themen findet ihr auf dem Agile Heroes YouTube Kanal!
Im folgenden Video erklärt dir Agile Heroes Co-Founder Fabian Kaiser nochmal kurz und knackig alles Wichtige zu Lean Startup! Schau doch rein!
💁 Unser Fazit:
Das Lean Startup-Modell zielt darauf ab, ein schlankes Unternehmen zu gründen und stetig zu verbessern, indem schnell ein Minimum Viable Product (MVP) erstellt und auf Kundenfeedback reagiert wird. Durch den Zyklus "Bauen – Messen – Lernen" werden in iterativen Prozessen ständige Tests und Anpassungen vorgenommen. Die Prinzipien des Lean Startup bieten eine effiziente Methode, um ein Produkt oder Unternehmen agil zu entwickeln und dabei Kapital und Ressourcen zu schonen.

👆 FAQ - Häufig gestellte Fragen
Ein MVP ist eine einfache Version eines Produkts, die genug Funktionen hat, um Kunden anzuziehen und wertvolles Feedback für zukünftige Produktentwicklungen zu erhalten.
Es ist ein iterativer Prozess, bei dem eine Idee in ein Produkt umgewandelt (Bauen), Kundenreaktionen gesammelt und ausgewertet (Messen), und daraus gelernt und angepasst wird (Lernen).
Lean Startup betont die Wichtigkeit, mit minimalem Kapital zu starten und durch kontinuierliches Kundenfeedback in kurzen Zyklen zu lernen und zu verbessern, im Gegensatz zu traditionellen Modellen, die oft eine umfangreichere Vorabentwicklung und -investition erfordern.









