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👉 Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

Was bedeutet eigentlich "agil" oder "Agilität"? Diese Begriffe, die nun überall zu sein scheinen. Das sehen wir uns in diesem Agile Heroes Magazine Artikel etwas genauer an.
Begriffsdefinition: Agil
Agil – dieses Wort begegnet dir heutzutage überall, besonders im Business-Kontext. Aber was bedeutet es eigentlich genau?
Ganz einfach: Agilität und "agiles" Vorgehen beschreiben die Fähigkeit von Menschen, Teams, Projekten und ganzen Unternehmen, sich schnell und effektiv an Veränderungen anzupassen. Stell dir vor, Agilität ist wie ein schnelles und wendiges Schnellboot, das sich geschickt durch wechselnde Strömungen manövriert, im Gegensatz zu einem großen, schwerfälligen Containerschiff, das langsam auf Kursänderungen reagiert.
Unternehmen müssen heutzutage aufgrund der sich schnell verändernden Welt schneller reagieren können und sich anpassen. Gerade die letzten Jahre mit Covid, Krieg, Inflation, Energiekrise sowie der technische Fortschritt in Form von z.B KI haben dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen das verstanden haben.
Agil sein als Chance
Unternehmen, die agil sind, können sich diesen Herausforderungen nicht nur stellen, sondern sie sogar als Chance nutzen. Sie können schnell neue Lösungen entwickeln, Prozesse anpassen und auf dem Markt führend bleiben.
Agilität bedeutet mehr als nur eine schnelle Reaktionsfähigkeit. Es kommt dabei auch auf das agile Mindset an. Agile Menschen und Teams sind offen für Neues, lernen ständig dazu, teilen Wissen und arbeiten eng zusammen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Sie hinterfragen den Status quo, experimentieren und lernen aus Fehlern, anstatt sie zu fürchten.
Verwechsle Agilität aber nicht mit Planlosigkeit oder gar Chaos. Agile Organisationen haben klare Visionen und Pläne, aber sie sind bereit, diese anzupassen, wenn sich die Umstände ändern. Es geht darum, Ziele flexibel zu verfolgen und dabei offen für Veränderungen und Verbesserungen zu sein.
Agil: Geschichte und Herkunft
Agilität, wie wir sie heute kennen, hat ihre Ursprünge in der Softwareentwicklung der 1990er Jahre. Damals suchten Entwickler nach einem effektiveren Weg, um Software zu kreieren und zu verbessern. Die traditionellen Methoden, die unflexibel waren, passten nicht mehr in die sich rasant entwickelnde technologische Landschaft. Bis ein Plan umgesetzt war, war der Plan schon nicht mehr aktuell.
Der entscheidende Moment in der Geschichte der Agilität war die Schaffung des „Agilen Manifests“ im Jahr 2001. Eine Gruppe von 17 Agilen Vordenkern traf sich in Snowbird, Utah in den USA um über neue, einfache und schlanke Entwicklungsverfahren für Software zu diskutieren.
Diese 17 Personen, darunter bedeutende Namen wie Jeff Sutherland, Ken Schwaber die später das Scrum Framework entwickelt haben, sowie einer unser Agile Heroes Agile Coaches, Arie van Bennekum, waren frustriert über die starren und schwerfälligen Prozesse, die damals üblich waren. Sie suchten nach Wegen, um Softwareentwicklung flexibler, schneller und menschenzentrierter zu gestalten.
Hier geht es zum Intervie mit Arie van Bennekum
Aus diesem Treffen ging das Agile Manifest hervor, ein bahnbrechendes Dokument, das vier grundlegende Werte und zwölf Prinzipien für agile Softwareentwicklung formulierte.
Die vier Werte sind:
- Individuen und Interaktionen über Prozesse und Werkzeuge
- Funktionierende Software über umfassende Dokumentation
- Kunden-Kollaboration über Vertragsverhandlung
- Reagieren auf Veränderung über Befolgen eines Plans

Diese Werte legen bis heute den Schwerpunkt auf Menschen, Produktnutzen, Kundenbeteiligung und Flexibilität. Sie betonen, dass ein gutes Endprodukt und eine effektive Kundenkollaboration wichtiger sind als starre Prozesse und umfangreiche Dokumentation. Besonders der letzte Punkt, das Reagieren auf Veränderung, ist ein Schlüsselelement von Agilität.
Das Agile Manifest und die daraus hervorgehenden agilen Methoden wie Scrum oder Extreme Programming (XP) revolutionierten die Softwareentwicklung und führten zu erheblich schnellerer und effizienterer Produktentstehung.
Dass das agile Manifest heute noch Bestand hat und moderne Agilität imm Grunde vollständig darauf aufbaut, hatten sich die Autoren damals nicht erträumen lassen, so Arie van Bennekum einmal im Gespräch mit mir.
Doch die Prinzipien der Agilität blieben nicht auf die Softwareentwicklung beschränkt. Schnell erkannten auch andere Branchen und Unternehmensbereiche die Vorteile dieser flexiblen, adaptiven Vorgehensweise. Heute wird Agilität in vielen verschiedenen Kontexten angewandt – von kleinen Start-ups bis zu großen multinationalen Unternehmen, in der Produktentwicklung, im Marketing, in der Unternehmensführung und darüber hinaus.
Welche agilen Arbeitsweisen gibt es heute?
Die agile Welt ist vielfältig und bietet eine Reihe von Arbeitsweisen und Frameworks, die auf unterschiedliche Bedürfnisse und Kontexte zugeschnitten sind. Obwohl es tatsächlich weit mehr als drei gibt, möchte ich mich hier auf drei Schlüsselmethoden konzentrieren, die aus unserer Sicht und Erfahrung bei unseren Kunden besonders hervorstechen. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies nur ein Überblick ist. Für jede dieser Methoden gibt es in unseren anderen Artikeln detailliertere Informationen, ich gehe hier nur auf die grundlegenden Infos ein.
1. OKR (Objectives and Key Results) für die Strategieebene
OKR ist ein Framework für die Definition und Verfolgung von Zielen und Ergebnissen auf Unternehmensebene. Es wurde ursprünglich bei Intel entwickelt und später von Firmen wie Google popularisiert. OKR besteht aus „Objectives“ (Zielen), die qualitativ und inspirierend formuliert sind, sowie aus „Key Results“ (Schlüsselergebnissen), die quantitativ und messbar sind. Dieser Ansatz hilft Organisationen dabei, ihre Ziele klar zu definieren, den Fortschritt zu messen und Teams auf übergreifende Prioritäten auszurichten. OKR fördert Transparenz, setzt Schwerpunkte und unterstützt eine agile Herangehensweise an die Unternehmensstrategie. Ein ganz wesentlicher Faktor um das Team und die Unternehmenführung in ihre Sicht auf die Ziele "verheiraten“.

2. Scrum für die operative Teamebene
Scrum ist wohl eines der bekanntesten und am weitesten verbreiteten agilen Frameworks, besonders geeignet für Projekt- und Produktmanagement, vor allem in der Softwareentwicklung. Scrum basiert auf Sprints, also kurzen Arbeitszyklen – das sind festgelegte Zeiträume (meist zwei bis vier Wochen), in denen bestimmte Aufgaben erledigt werden sollen. Das Team trifft sich täglich zu einem kurzen Austausch (Daily Scrum) und arbeitet eng zusammen, um die Sprint-Ziele zu erreichen. Wichtige Rollen in Scrum sind der Scrum Master, der das Team von Entwicklern im agilen Prozess unterstützt, und der Product Owner, der die Produktvision und das Backlog (die Liste der zu erledigenden Aufgaben) verwaltet. Scrum betont Teamarbeit, Selbstorganisation und die regelmäßige Reflexion zur kontinuierlichen Verbesserung.
3. SAFe (Scaled Agile Framework) für große Organisationen
SAFe ist ein Framework für agile Arbeitsweisen in mittleren bis sehr großen Organisationen und bei komplexen Projekten, in denen viele Teams beteiligt sind. Es skaliert agile Prinzipien und Methoden, die ursprünglich für einzelne Teams entwickelt wurden, auf die gesamte Organisationsebene hoch. SAFe bietet Strukturen und Richtlinien, wie mehrere agile Teams effektiv zusammenarbeiten und wie Strategie, Portfolio und operative Ebene integriert werden können. Durch die Verbindung von Lean-Management-Prinzipien mit agiler Softwareentwicklung unterstützt SAFe Organisationen dabei, schnell und effizient auf Änderungen zu reagieren, ohne dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren.
Agil ist kein Allheilmittel
Während OKR, Scrum und SAFe jeweils spezifische Stärken und Einsatzbereiche haben, ist es entscheidend zu erkennen, dass Agilität kein „One-Size-Fits-All“-Ansatz ist. Jede Organisation, jedes Projekt und jedes Team ist einzigartig, und die beste agile Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich Unternehmenskultur, Teamstruktur und Projektart. Diese Methoden können eigenständig oder in Kombination verwendet werden, um den Anforderungen einer dynamischen Arbeitsumgebung gerecht zu werden.
Es ist auch wichtig zu betonen, dass Agilität eine kontinuierliche Lern- und Anpassungsreise ist. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, ein Framework einfach nur umzusetzen, sondern es an die spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse deines Unternehmens anzupassen. Agilität ist mehr als ein Satz von Regeln; es ist eine Denkweise, die Offenheit, Flexibilität und kontinuierliche Verbesserung in den Mittelpunkt stellt.
In all den Frameworks verfolgen wir immer den Ansatz, Agilität mit Augenmaß einzusetzen. Am Ende geht es darum, dass ein Unternehmen, Team oder Projekt besser performt als vorher. Dabei ist es wichtig nicht dogmatisch vorzugehen und sich auf unnötige Methoden-Religionen zu berufen sondern den stets den Kunden im Fokus zu haben.
💁 Unser Fazit:
Agilität ist eine Arbeitsweise und ein Mindset von Menschen und Firmen Anpassungsfähiger zu werden. Dabei liegt der zentrale Fokus auf der Entwicklung von Produkten und Lösungen auf Basis der Wünsche und Anforderungen des Kunden. Agilität setzt den Kunden in den Fokus. Dabei gibt es verschiedene Methoden oder Frameworks wie Scrum, OKR oder SAFe die vorbeschriebene Lösungsansätze für Firmen bieten.

👆 FAQ - Häufig gestellte Fragen
Die Welt wird sich immer schneller drehen. Der technologische Fortschritt sowie externe Umweltfaktoren wie Kriege oder Krisen zwingen Unternehmen anpassungsfähiger zu werden. Geschäftsmodell von Gestern haben keine Garantie auch noch morgen zu funktionieren. Die Unternehmen die das verstanden haben, werden gewinnen. Die anderen werden vom Markt verschwinden.
Das ist natürlich völlig von den Gegebenheiten und Vorstellungen abhängig. Wenn du herausfinden möchtest, welches Framework am besten zu deiner Situation passt, kannst du das in einem kostenfreien Agile-Potenzial-Analyse-Gespräch gemeinsam mit uns herausfinden.Kliche dazu hier.
Man kann sagen, dass im Jahre 2001, 17 Softwareentwickler/Vordenker in Utah in den USA, Agilität in Form des „Agilen Manifests“ erfunden bzw. strukturiert haben. Darunter Jeff Sutherland, Ken Schwaber und Arie van Bennekum.









