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Daily Scrum: Was ist ein Daily Scrum?

7 Min. Lesezeit

👉 Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

  • Das "Daily Scrum" ist ein tägliches, kurzes Meeting im Scrum-Framework, das den Entwicklern dient, um sich abzustimmen, den Fortschritt zu besprechen und Hindernisse zu beseitigen.
  • Der Erfolg von Scrum liegt in seiner Einfachheit, betont durch den "Scrum Guide", der klare Regeln, Accountabilities und Artefakte definiert und eine klare Struktur schafft.
  • Um erfolgreich zu sein, sollte Scrum in seiner ursprünglichen Form angewandt werden, wie von den Begründern vorgesehen, um den Fokus auf das Sprint-Ziel und das reinste Framework zu halten.
  • Ein Sprint im Scrum ist ein klar abgegrenzter Zeitraum von maximal einem Monat, in dem das Entwicklungsteam ein nutzbares Produktinkrement erstellt, sich auf klare Ziele konzentriert und regelmäßige Überprüfungen ermöglicht.

Was ist ein Daily Scrum? Welche Funktion hat dieses Event und wer moderiert es? In diesem Blog-Artikel gehen wir dem Daily Scrum und auch dem Framework Scrum ein wenig auf den Grund und geben einen Überblick über das Konzept des Sprints.

Was ist Scrum?

Scrum ist ein Megatrend. Wer Projekte managt oder sich mit dem Thema Projektmanagement beschäftigt, kommt um das Thema Agilität nicht mehr herum. Und Agilität bedeutet heutzutage Scrum. Denn in mehr als 90 Prozent aller agilen Projekte wird Scrum angewandt. Obwohl Scrum bereits vor mehr als 20 Jahren entwickelt wurde, erleben wir erst heute in Deutschland den wirklichen Durchbruch dieses revolutionären Frameworks, und das nicht nur für das Projektmanagement. Es gibt aktuell in Deutschland einen regelrechten Scrum-Boom. Wie kommt das? Nun, letztlich liegen die Grundprinzipien und Ansätze, die mit Scrum vermittelt werden, absolut im Trend: Das klassische Projektmanagement mit starren und hierarschischen Abstimmungsprozessen und wenig Anpassungsmöglichkeiten ist häufig nicht mehr erfolgreich in der VUCA-Welt. Autonome, sich selbst managende Teams sind heute eine Selbstverständlichkeit. Themen wie Holocracy und Design Thinking zeigen ganz deutlich: Der Ball liegt heute beim Team beziehungsweise den Mitarbeitenden. Und dieser Trend zeigt sich auch beim Managen von Projekten.

Da es Scrum schon einige Jahre gibt, haben sich in den letzten Jahren immer mehr Autoren, Berater und Experten darangemacht, die Arbeitsweise weiterzuentwickeln, zu verändern und zu ergänzen. So entstanden viele Varianten von Scrum. Oft war der Beweggrund dahinter wirtschaftlicher Natur, um auf den bereits sehr schnell und erfolgreich fahrenden Zug aufzuspringen. Wir sehen diese Entwicklung kritisch, denn aus unserer Sicht funktioniert Scrum nur, wenn es in seiner einfachsten und reinsten Form angewendet wird. So wie es von den Begründern dieser Methode auch angedacht war. Aus diesem Grunde begrüßen wir es auch sehr, dass die beiden Väter von Scrum, Jeff Sutherland und Ken Schwaber, im Jahr 2010 den SCRUM-Guide herausgegeben haben und ständig aktualisieren. Dieser stellt auf wenigen Seiten den Kern und das Rahmenwerk von Scrum klar dar und definiert die wichtigsten Regeln und Prinzipien. Deshalb wollen wir hiermit Scrum nicht weiter verfälschen oder mit eigenen Ideen ergänzen. Wir wollen das von Jeff Sutherland und Ken Schwaber erdachte und über die Jahre immer weiter entwickelte Rahmenwerk von Scrum in seiner Reinheit und Klarheit darstellen.

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Woraus besteht Scrum?

Scrum ist ein Rahmenwerk, mit dessen Hilfe Menschen komplexe adaptive Aufgabenstellungen angehen können, und durch das sie in die Lage versetzt werden, produktiv und kreativ Produkte mit höchstmöglichem Wert auszuliefern. Scrum ist leichtgewichtig, einfach zu verstehen aber dennoch schwierig zu meistern. Seit den frühen 1990er Jahren wird Scrum als Prozessrahmenwerk zum Management der Arbeit an komplexen Produkten verwendet. Scrum ist weder ein richtiger Prozess, noch eine simple Technik oder vollständige Methode. Vielmehr ist es ein Rahmenwerk, innerhalb dessen verschiedene Prozesse und Techniken zum Einsatz gebracht werden können. Scrum macht die relative Wirksamkeit Ihres Produktmanagements und Ihrer Arbeitstechniken sichtbar, damit Sie fortlaufend das Produkt, das Team und die Arbeitsumgebung verbessern können. Das Rahmenwerk besteht aus Scrum Teams und den zu ihnen gehörenden Acountabilities (verantwortlichen Rollen), Events, Artefakten (Erzeugnisse für und aus dem Projekt) und Regeln. Jede Komponente innerhalb des Rahmenwerks dient einem bestimmten Zweck und ist unentbehrlich für den Einsatz von Scrum und dessen Erfolg.

Scrum besteht aus nur sehr wenigen Regeln und ist somit sehr einfach. Konkret besteht es aus nur drei Acountabilities, fünf Events und drei Artefakten. Diese Einfachheit ist der Hauptfaktor für den Erfolg von Scrum. Denn oft wird versucht, die Komplexität unserer Zeit und unserer Umwelt durch entsprechend komplexer Ansätze und Methoden zu managen. Wie einfach Scrum wirklich ist, das zeigt auch die von Jeff Sutherland und Ken Schwaber veröffentlichte „Bibel“ – der Scrum-Guide. Dieser Guide enthält alles, was Scrum als Framework ausmacht und dennoch umfasst die englische Originalversion lediglich 16 – im deutschen 20 Seiten. Dieser schlanke Inhalt reicht vollkommen aus, um das wahrscheinlich erfolgreichste agile Rahmenwerk zu bilden.

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Was ist ein Sprint?

In Scrum werden vorgeschriebene Ereignisse oder auch Events verwendet, um eine Regelmäßigkeit herzustellen und die Notwendigkeit anderer, nicht in Scrum definierter, Besprechungen zu minimieren. Alle Ereignisse sind zeitlich befristet, sodass jedes Event eine maximale Dauer hat. Die Dauer eines Sprints steht zu seinem Beginn fest und darf weder gekürzt noch verlängert werden. Die anderen Ereignisse dürfen beendet werden, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben. Dies stellt sicher, dass nur so viel Zeit wie nötig aufgewendet und Verschwendung vermieden wird. Mit Ausnahme des Sprints als Rahmen für alle anderen Ereignisse ist jedes andere Scrum-Event eine formale Gelegenheit zur Überprüfung und Anpassung. Diese Events sind genau dazu gedacht, an den kritischen Stellen Transparenz und Überprüfung zu ermöglichen.

Das Weglassen irgendeines dieser Events führt zu verringerter Transparenz und ist eine verpasste Gelegenheit den gegenwärtigen Stand zu erfassen und darauf zu reagieren. Das Herz von Scrum ist der bereits erwähnte Sprint, ein Zeitraum von maximal einem Monat, innerhalb dessen ein fertiges, nutzbares und potenziell auslieferbares Produktinkrement hergestellt wird. Alle Sprints innerhalb eines Entwicklungsvorhabens sollten die gleiche Dauer haben. Der neue Sprint startet sofort nach Abschluss des vorherigen Sprints. Ein Sprint beinhaltet und umfasst das Sprint Planning, die Daily Scrum, die Entwicklungsarbeit, das Sprint Review und die Sprint Retrospektive.

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Was ist ein Daily Scrum?

Nachdem das Spring Planning abgeschlossen wurde, beginnen die Developer ihre Arbeit. Konkret bedeutet dies, dass es die Aufgaben, die im Sprint Planning definiert wurden, im Team selbstorganisiert bearbeitet. Wichtig ist hierbei, dass die Entwickler die Aufgaben nacheinander abarbeiten und im Idealfall gemeinsam und gleichzeitig am gleichen Backlog Item arbeiten. Während dieser Entwicklungsarbeit triffen sich die Developer physisch einmal an jedem Tag, an dem gearbeitet wird, zum Daily Scrum.

Dieses findet immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort statt. Grund hierfür ist, dass die organisatorische Arbeit der Eventplanung und die Komplexität reduziert werden soll. Die Dauer des Daily Scrum ist auf maximal 15 Minuten beschränkt. Das Ziel des Daily Scrum ist, dass sich die Developer abstimmen und synchronisieren.

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Wie läuft das Daily Scrum ab?

Bei jedem Daily Scrum wird die Entwicklungsarbeit für die nächsten 24 Stunden geplant. Hierbei wird immer zuerst die Arbeit seit dem letzten Daily transparent gemacht und ein Ausblick auf die Aufgaben der nächsten 24 Stunden gegeben. Die Entwickler besprechen hierbei den Fortschritt der letzten 24 Stunden bezüglich des Sprint-Ziels. Zudem analysieren sie, wie der Fortschritt bezogen auf die Backlog Items, die im Sprint Backlog sind, ist. Hauptziel des Daily Scrum ist es, die Wahrscheinlichkeit zu maximieren, dass das Scrum-Team das Sprint-Ziel auch erreicht.

Die Agenda des Events wird von den Developern selbst festgelegt. Es ist ihr Abstimmungsevent. Product Owner und Scrum Master können unterstützen oder zur eigenen Information teilnehmen. Es gibt keine konkreten Vorgaben gemäß Scrum, wie das Daily Scrum strukturiert werden soll, solange alles darauf abzielt, dass das Sprint-Ziel erreicht wird. Es gibt Teams, die strukturierte Fragen nutzen, wie die folgenden: „Was habe ich gestern getan, um das Sprint-Ziel zu erreichen?“, „Was werde ich heute tun, um das Sprint-Ziel zu erreichen?“, „Gibt es irgendwelche Hindernisse, die mich dar­an hindern, das Sprint-Ziel zu erreichen?“

Andere hingegen nutzen das Daily Scrum für Darstellungen geeigneter Lösungswege und zum Informationsaustausch. Die genaue Agenda des Daily Scrum ist dem Scrum-Team letztlich freigestellt, solange es darum geht, das Sprint-Ziel zu erreichen und die maximale Dauer von 15 Minuten einzuhalten.

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💁 Unser Fazit:

Das agile Projektmanagement-Framework Scrum ermöglicht Teams, komplexe adaptive Aufgaben zu bewältigen und Produkte mit höchstmöglichem Wert zu liefern. Scrum besteht aus drei Accountabilities (Product Owner, Scrum Master, Development Team), fünf Events (Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective) und drei Artefakten (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment).

Bei dem Daily Scrum handelt es sich um ein tägliches Meeting, bei dem das Entwicklungsteam sich für maximal 15 Minuten abstimmt und synchronisiert. Das Team plant die nächsten 24 Stunden, bespricht den Fortschritt der letzten 24 Stunden, analysiert den Fortschritt bezüglich der Backlog Items und identifiziert etwaige Hindernisse. Die Agenda kann variieren, solange sie dem Ziel dient, das Sprint-Ziel zu erreichen.

Der "Scrum Guide", von den Begründern Jeff Sutherland und Ken Schwaber veröffentlicht, bildet die Basis des Frameworks und enthält nur wenige Seiten. Scrum hat in Deutschland einen Boom erlebt, da es Trends zu Autonomie und Teamarbeit im Projektmanagement widerspiegelt.

👆 FAQ - Häufig gestellte Fragen

✍️ Über den Autor

Fabian Kaiser

Geschäftsführer der Agile Heroes

Fabian ist Gründer der Agile Heroes, Buchautor und Keynote Speaker. Täglich verknüpft er das geballte Agile-Know-how seines Teams mit innovativen Marketingmethoden, um den Followern, Interessenten und Kunden das bestmögliche Agile-Heroes-Erlebnis zu liefern.

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